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Marketingagenturen

Wem sollten deine Werbekonten, Website, Analytics und Creatives gehören, wenn du mit einer Marketingagentur arbeitest?

Was dein Unternehmen in Dubai trotz Agentur selbst kontrollieren sollte: Werbekonten, Domains, Analytics, Website-Dateien und Creative-Rechte. Mit Checkliste.

Eine Fachkraft unterschreibt an einem Schreibtisch in einem Büro rechtliche Dokumente.
Foto: Mikhail Nilov / Pexels
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Dein Unternehmen sollte in der Regel die direkte administrative Kontrolle über die Konten und die Infrastruktur behalten, mit denen es sein Marketing betreibt. Die Agentur bekommt die Zugänge, die sie für ihre Arbeit benötigt. Für kreative Materialien brauchst du eine eigene Vereinbarung, die Eigentum oder lizenzierte Nutzung regelt. Eine Rechnung bezahlen, ein Passwort bekommen und Rechte an geistigem Eigentum erwerben sind drei verschiedene Dinge.

Für ein Unternehmen in Dubai ist das praktische Ziel Kontinuität. Ein anderes autorisiertes Team sollte das Marketing weiterführen können – ohne alles neu aufzubauen und ohne Materialien über den erlaubten Rahmen hinaus zu nutzen. Dafür brauchst du Belege für die Kontrolle, das Recht zur Nutzung der Arbeit und brauchbare Dateien, nicht nur eine Klausel wie „Alles gehört dem Kunden“.

Trenne vier Fragen, die hinter „Eigentum“ stecken

Frag bei jedem Asset:

  1. Wer kann es verwalten? Finde heraus, wer Nutzer hinzufügen, Einstellungen ändern und die Wiederherstellung steuern kann.
  2. Wer hat die vertraglichen Rechte? Halte fest, ob dein Unternehmen die Rechte übertragen bekommt, eine Lizenz erhält oder Zugang zum Service eines Anbieters hat.
  3. Was kann das Unternehmen tatsächlich mitnehmen? Ermittle Exporte, bearbeitbare Dateien, Quellcode und Dokumentation, einschließlich ihrer Einschränkungen.
  4. Was muss aktiv bleiben? Liste Abos, Verlängerungen, Hosting, lizenzierte Komponenten und Berechtigungen auf, die für die weitere Nutzung nötig sind.

Die Antworten auf diese Fragen können unterschiedlich ausfallen, ohne dass etwas falsch läuft. Deine Agentur behält vielleicht ihre wiederverwendbaren Produktionstools und räumt dir an den vereinbarten Ergebnissen eine Lizenz ein. Eine gehostete Website kann von einem laufenden Plattform-Abo abhängen. Problematisch wird es, wenn du solche Abhängigkeiten erst nach dem Ende der Zusammenarbeit entdeckst.

Leg ein Asset-Register mit Nachweisen an

Führe ein einziges gemeinsames Register und bestimme intern eine Person, die es aktuell hält. Halte darin die genaue Konto- oder Asset-ID fest, die zugehörige Organisation, autorisierte Nutzer, den Wiederherstellungsweg, den Anbieter und wer für Verlängerungen zuständig ist. Passwörter oder Wiederherstellungscodes gehören nicht in eine gewöhnliche geteilte Tabelle.

Asset Empfohlene Regelung Diese Nachweise einholen
Werbung und E-Commerce Direkter Zugang fürs Unternehmen; Berechtigungen der Agentur passend zu ihren Aufgaben Werbekonto-IDs, Abrechnung, verknüpfte Assets, Merchant Center/Kataloge und Produktfeeds, sofern genutzt
Domain und DNS Passende Inhaberangaben des Unternehmens; Wiederherstellung unter eigener Kontrolle Registrar-Eintrag, Angaben zur Verlängerung und autorisierter DNS-Zugang
Website und Hosting Vertraglich gesicherte Betriebsrechte und ein zur Plattform passender Zugang Admin-Zugang, Hosting-Vertrag, Test von Backup/Export und Liste der Abhängigkeiten
Analytics, Tags und Suchprofile Admin-Rechte beim Unternehmen; begrenzter Zugang für die Agentur Analytics-/Container-IDs, Search-Console-Verifizierung, Rollen im Unternehmensprofil und Standorteinträge
Social Media und E-Mail Zugang des Unternehmens zu Seiten/Profilen, E-Mail-Plattform und Listen, mit festgelegten Nutzungsberechtigungen Asset-IDs, Administratoren, Verknüpfungen für die Veröffentlichung, Listenexporte und, wo relevant, Einwilligungsnachweise
CRM, Anfragen und Integrationen Admin-Rechte beim Unternehmen; festgelegte Befugnisse zur Datenverarbeitung Call-Tracking/-Routing, CRM-Exporte, Automatisierungskonten, autorisierte Verbindungen und Zuständigkeiten für die Aufbewahrung
Creative- und Produktionsdateien Ausdrückliche Rechte für die geplante Nutzung und vereinbarte Lieferung der Dateien Asset-Aufstellung, Nutzungsrechte, Liste der bearbeitbaren Dateien und Lizenzbeschränkungen

Das ist eine empfohlene Governance-Regelung. Damit ist nicht gesagt, dass jede Plattform Eigentum auf die gleiche Weise übertragen lässt oder dass alle Materialien von Dienstleistern automatisch dem Kunden gehören.

Mach Zugänge wiederherstellbar, nicht nur verfügbar

Nutze bei wichtigen Geschäftskonten diese Schutzmaßnahmen, sofern die Plattform sie unterstützt:

  • E-Mail-Adressen und Telefonnummern zur Wiederherstellung, die das Unternehmen selbst kontrolliert und aktuell hält.
  • Mehr als ein autorisierter Administrator im Unternehmen, Zugang aber nur für diejenigen, die ihn brauchen.
  • Multi-Faktor-Authentifizierung für alle, die auf das Konto zugreifen.
  • Persönliche Einzelzugänge oder unterstützte Partnerberechtigungen statt geteilter Zugangsdaten.

Google Tag Manager etwa empfiehlt in seinen Hinweisen zu Nutzerberechtigungen mehrere Administratoren und echte Nutzerkonten statt geteilter Logins. Prüfe die entsprechenden Optionen für jedes System, statt anzunehmen, dass jede Plattform gleich funktioniert.

Halte im Register fest, wie die Wiederherstellung abläuft und wer dafür verantwortlich ist. Passwörter, Backup-Codes und Integrations-Secrets bewahrst du an einem geeigneten sicheren Ort außerhalb des Registers auf. Hängt die Wiederherstellung komplett am Handy eines früheren Dienstleisters, ist die Kontinuität trotzdem nicht gesichert.

Werbekonten: Prüfe die Berechtigungen, nicht nur die Bezeichnung

Lass dir Zugang zum eigentlichen Konto geben, statt dich ganz auf ein Dashboard der Agentur zu verlassen. Prüfe, ob autorisierte Nutzer in deinem Unternehmen alles Nötige erledigen können – etwa Aktivitäten einsehen und, wo erlaubt, Zugänge verwalten. Kläre, wer die Plattform bezahlt und von welchen Ressourcen auf Ebene der Verwaltungskonten die Kampagnen abhängen.

In Google Ads ist „owner“ eine bestimmte Berechtigung für Verwaltungskonten. Laut Google hat ein Verwaltungskonto mit Owner-Status weitreichende Administratorrechte, nimmt dem Kundenkonto aber weder das Eigentum an seinen Daten noch seine Administratorrechte. Google empfiehlt, diesen Status nur zu vergeben, wenn diese Rechte gebraucht werden. Taucht eine Agentur als Owner-Verwaltungskonto auf, heißt es deshalb: Berechtigungen prüfen. Die Bezeichnung allein beweist nicht, dass dein Unternehmen seine Daten verloren hat. Mehr dazu in Googles Erklärung zum Owner-Status bei Verwaltungskonten.

Prüfe bei Meta und anderen Plattformen direkt im Konto die Unternehmensstruktur, die einzelnen Assets, die Partnerberechtigungen und die verfügbaren Wiederherstellungsoptionen. Geh nicht davon aus, dass sich eine Seite, ein Werbekonto, eine Zielgruppe und ein Tracking-Datensatz auf dieselbe Weise übertragen lassen. Kläre, welche Lösung unterstützt wird, bevor du die Arbeit beauftragst – vor allem, wenn eine Agentur vorschlägt, ein bestehendes gemeinsames Setup zu nutzen.

Löse keine Verknüpfungen überstürzt, nur damit ein Diagramm der Eigentumsverhältnisse aufgeräumt aussieht. Abrechnung, Messung und gemeinsam genutzte Ressourcen musst du jeweils eigens auf Kontinuität prüfen.

Domains: Auf Registrierung und Verlängerung kommt es an

Nutzt dein Unternehmen in den VAE eine .ae-Domain, prüfe neben dem Login auch den Eintrag des Domaininhabers. Die .aeDA-Hinweise der TDRA raten, deinen eigenen Namen oder den deiner Organisation als Domaininhaber anzugeben – mit erreichbaren Kontaktdaten. Als Domaininhaber gilt dort die Partei, die Änderungen wie eine Kündigung oder einen Inhaberwechsel steuert. Mehr dazu in den offiziellen Hinweisen zur .ae-Registrierung.

Eine Agentur kann bei der Registrierung oder der DNS-Pflege helfen, ohne dass am Ende nur sie das Konto wiederherstellen kann. Richte Kontakt- und Wiederherstellungswege ein, die dein Unternehmen selbst kontrolliert, und lege fest, wer sich um die Verlängerung kümmert. Domainregistrierung, DNS, E-Mail und Hosting können bei verschiedenen Anbietern liegen – halte deshalb jeden Punkt einzeln fest.

Sieh „Eigentum“ an einer Domain als Kurzform für die jeweiligen Registrierungsrechte und die Kontrolle darüber. Das ist nicht dasselbe wie Eigentum am Website-Code oder an einer Marke – und auch kein unbegrenztes Recht, einen Namen zu nutzen.

Websites: Zugang ist nur ein Teil der Übertragbarkeit

Mit einem Admin-Login für die Website kannst du vielleicht Seiten bearbeiten, hast aber keinen Zugang zu Hosting, Deployment, Quellcode oder Backups. Frag, was ein anderer Entwickler bräuchte, um genau diese Website zu pflegen.

Sprich bei einer individuell entwickelten Website über das Code-Repository, die Designdateien, die Datenbank, die Deployment-Anleitung und Abhängigkeiten von Drittanbietern. Prüfe bei einem gehosteten Website-Baukasten die verfügbaren Exportoptionen und welche Teile von der weiteren Nutzung des Dienstes abhängen. Geh nicht davon aus, dass jede Website ohne Neuaufbau zu jedem Hoster umziehen kann.

Finde heraus, welche Lizenzen an ein Abo der Agentur gebunden sind. Für ein Plugin, eine Schrift oder ein Stock-Element kann eine neue Lizenz nötig werden, wenn die Agentur es nicht mehr bereitstellt. Halte fest, wer Verlängerungen bezahlt und was passiert, wenn eine Lizenz abläuft.

Die Abnahmefrage ist konkret: Kann ein autorisiertes Nachfolgeteam mit den vertraglich zugesicherten Zugängen, Unterlagen und Rechten eine vereinbarte Wartungsaufgabe erledigen? Teste eine unkritische Aufgabe, bevor du das Übergabepaket für brauchbar hältst.

Analytics: Ein Bericht ist kein Admin-Zugang

Ein monatliches PDF zeigt ausgewählte Informationen. Es belegt aber weder, dass du Zugang zur zugrunde liegenden Property hast, noch, dass du Nutzer verwalten kannst.

In Google Analytics können Administratoren Nutzer verwalten, Bearbeiter dagegen nicht. Berechtigungen können auch von einem übergeordneten Konto vererbt werden – prüfe deshalb sowohl den direkten Zugang als auch die gesamte Kontostruktur. Dokumentiert sind diese Unterschiede in der Hilfe zur Zugriffsverwaltung in Google Analytics.

Richte passende Admin-Zugänge für dein Unternehmen ein und nutze dabei die oben beschriebenen Sicherheits- und Wiederherstellungsmaßnahmen. Gib Nutzern der Agentur die Berechtigungen, die ihre Arbeit erfordert, und überprüfe sie, wenn sich Zuständigkeiten ändern.

Halte Tag-Container, Conversion-Definitionen, verknüpfte Werbekonten und Reporting-Tools zusammen mit der Analytics-Property fest. Dokumentierte Einstellungen und Exporte dienen anderen Zwecken als historische Berichtsdaten – das eine ersetzt nicht das andere.

Creatives: Leg Rechte und Dateien genau fest

Kläre im Leistungsumfang für Videos, Fotos, Design und Texte fünf Fragen einzeln:

  • Finale Dateien: Welche fertigen Assets, Formate und Versionen werden geliefert?
  • Quelldateien oder bearbeitbare Dateien: Welche Arbeitsdateien sind enthalten, und welche Software braucht man, um sie zu nutzen?
  • Rohmaterial: Bekommst du es, in welcher Form und wofür darfst du es nutzen?
  • Lizenzen Dritter: Welche Musik, Stock-Inhalte, Schriften, Software oder anderen Materialien schränken die Wiederverwendung ein?
  • Nutzungsrechte für bezahlte Werbung: Dürfen das Creative, die Mitwirkenden und lizenzierte Elemente in den geplanten bezahlten Kampagnen, Märkten und Zeiträumen eingesetzt werden?

Dass du die Produktion bezahlst, beantwortet allein noch nicht alle fünf Fragen. Nimm die benötigten Dateien und Rechte ausdrücklich in den Vertrag auf – getrennt von den wiederverwendbaren Tools der Agentur.

Eine brauchbare Asset-Aufstellung nennt das Werk, die erlaubten Nutzungen, Gebiete, Dauer, Kanäle, Bearbeitungsrechte und den Zeitpunkt, ab dem die vereinbarten Rechte gelten. Halte Einschränkungen durch Dritte separat fest. Geh nicht davon aus, dass ein Musiktitel, der für eine Nutzung freigegeben ist, jede künftige Kampagne abdeckt.

Sind bei einer Produktion in Dubai Moderatoren, Kunden oder gemietete Locations im Spiel, frag nach, wer die jeweiligen Genehmigungen einholt und aufbewahrt. Kläre auch, ob die geplante Nutzung in der Werbung abgedeckt ist. Leg außerdem fest, wer zuständig ist, wenn die Nutzung später auf einen anderen Markt, eine andere Plattform oder einen längeren Zeitraum ausgeweitet wird. Lass den genauen Wortlaut der Rechte bei Bedarf von qualifizierter Rechtsberatung prüfen – diese Checkliste entscheidet nicht darüber, wer rechtlich Inhaber ist.

Tools der Agentur brauchen eine Ausstiegsregelung

Zugang zum hauseigenen Dashboard, Reporting-System, Workflow oder KI-Tool einer Agentur heißt nicht unbedingt, dass dir die Software gehört. Frag, welche zugrunde liegenden Geschäftsdaten unabhängig davon verfügbar bleiben und welche Daten, Berichte und Verläufe du exportieren kannst, wenn die Zusammenarbeit endet.

Lege Exportformat, Zeitpunkt und eine eventuelle Gebühr für Unterstützung fest und kläre, was ein anderes Team bräuchte, um den Export zu nutzen. Ein Dashboard-Login, der mit der Kündigung erlischt, ist etwas anderes als eine nutzbare Dokumentation der beauftragten Arbeit. Halte laufende Softwarelizenzen und Integrationen, die von Tools abhängen, im Register sichtbar.

Kundendaten sind kein uneingeschränktes Eigentum

Die kommerzielle Kontrolle über ein CRM ist keine Erlaubnis, personenbezogene Daten beliebig weiterzuverwenden. Lege fest, welche Verarbeitung die Agentur vornehmen darf. Regle außerdem Nutzerzugänge, Subunternehmer, Sicherheit, Aufbewahrung und wer für Rückgabe oder Löschung zuständig ist – jeweils nach den Anforderungen, die für dein Unternehmen und die Verarbeitung gelten.

Bewahre Einwilligungsnachweise oder andere relevante Nachweise zur Verarbeitung in den passenden Systemen deines Unternehmens auf. Kundenlisten hochladen, Anfragen für einen anderen Zweck nutzen, Details für Fallstudien teilen: Jeder dieser Schritte ist eine eigene Entscheidung. Beides muss geregelt sein – die Kontrolle über die Konten und die rechtmäßige Nutzung der Daten.

Spiel den Ernstfall durch

Bevor eine neue Zusammenarbeit startet, bitte die intern verantwortliche Person um eine Vorführung: Zugang zu den relevanten Konten zeigen, das Asset-Register aufrufen, den Wiederherstellungsweg erklären. Läuft die Zusammenarbeit schon, mach dieselbe Übung – ohne laufende Kampagnen anzutasten.

Wähle dann eine Aufgabe, die künftig ansteht: die Domain verlängern, eine Landingpage ändern, einem neuen Analysten Zugang geben oder ein freigegebenes Video wiederverwenden. Stell fest, welche Berechtigungen, Dateien, Lizenzen und laufenden Dienste du dafür brauchst. Fehlt etwas davon, wird daraus ein konkreter Punkt, den du mit der Agentur klärst.

Bei unseren abgestimmten Marketingleistungen kann dieses Register Content-Produktion, Social Media, bezahlte Werbung und Suchoptimierung zusammenführen. Fordere die Regelungen zu Konten und Assets gleich mit unserem Angebot an – auch für alles, was über eine separate Lizenz oder einen eigenen Leistungsumfang läuft. Mit sauberen Unterlagen behält dein Unternehmen die Kontinuität, während wir uns auf die Umsetzung konzentrieren.

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