Für Inhalte, die als verbraucherbezogene Werbung gelten, schreibt das Recht der VAE Arabisch vor; andere Sprachen sind daneben erlaubt. Für deine übrige Content-Strategie gilt: Die kreative Hauptsprache richtet sich nach den Kunden, die du tatsächlich hast.
In der Praxis geht es oft darum, wie du die Sprachen einsetzt: was die Moderatorin oder der Moderator sagt, was auf dem Bildschirm erscheint, was die Caption erklärt und was passiert, wenn jemand anfragt. Eine übersetzte Caption allein schafft noch kein vollständiges Kundenerlebnis in einer anderen Sprache.
Erst die Pflicht: Arabisch in der Verbraucherwerbung
Artikel 26 des Verbraucherschutzgesetzes der VAE verlangt, dass verbraucherbezogene Daten, Werbung und Verträge auf Arabisch vorliegen; andere Sprachen sind daneben erlaubt. Nach der Definition in Artikel 1 zählen sowohl natürliche als auch juristische Personen zu den Verbrauchern. Verbraucherschutzgesetz der VAE, Artikel 1 und 26.
Nimm diese Vorgabe in jedes betroffene Werbebriefing auf, bevor gedreht oder gestaltet wird. Auch wenn Englisch deine kreative Hauptsprache ist, dürfen vorgeschriebene arabische Angaben nicht wegfallen.
Das Gesetz macht die Zielgruppenanalyse nicht überflüssig. Du musst trotzdem entscheiden, wie du klar kommunizierst, welche weiteren Sprachen deine Kunden brauchen und wie jede Version im fertigen Content funktioniert.
Welche Sprache sprechen deine Kunden wirklich?
Fang bei deinen eigenen Kundengesprächen an. Achte darauf, in welcher Sprache Interessenten nach dem Angebot fragen, Details wissen wollen und sich für oder gegen den Kauf entscheiden. Frag diejenigen, die bei dir Anfragen bearbeiten, wo Missverständnisse entstehen.
Hilfreiche Fragen sind zum Beispiel:
- In welcher Sprache bekommen Kunden das Produkt oder die Leistung am liebsten erklärt?
- Ändert sich diese Vorliebe, wenn es um Preis, Bedingungen oder technische Details geht?
- Kann dein Team Rückfragen in den Sprachen beantworten, in denen dein Content zu Anfragen einlädt?
- Erreicht dein aktueller Content wichtige Interessenten nicht, weil sie damit nicht gut zurechtkommen?
Die Nationalität eines Kunden oder die Sprache seines Social-Media-Profils geben auf all diese Fragen keine verlässliche Antwort. Verlass dich auf das, was echte Gespräche zeigen, und frag nach, wenn unklar ist, was ein Kunde bevorzugt.
Arabisch und Englisch decken für manche Unternehmen womöglich nicht alles ab. Ist eine weitere Sprache für deine tatsächlichen Kunden wichtig, gehört dieser Bedarf in den Plan. Maßstab ist dabei die Zielgruppe – daraus sollte kein Versprechen werden, in jeder Sprache zu veröffentlichen.
Die Hauptsprache wählen, ohne das Angebot zu ändern
Englisch kann die kreative Hauptsprache sein, wenn sich deine Zielkunden lieber auf Englisch informieren und anfragen. Arabisch bietet sich als Hauptsprache an, wenn es für Zielgruppe und Thema nützlicher ist.
Wenn du Kunden mit unterschiedlichen Sprachvorlieben ansprechen musst, setz beide Sprachen sinnvoll ein. Das heißt nicht, dass jeder Beitrag Wort für Wort in beiden Sprachen erscheinen muss. Du brauchst aber einen Plan dafür, was jede Zielgruppe versteht und bekommt.
Halte die geschäftliche Aussage in allen Versionen gleich. Eine Übersetzung sollte aus „für ausgewählte Leistungen verfügbar“ nicht „für alle Leistungen verfügbar“ machen und aus „Verfügbarkeit anfragen“ kein verbindliches Buchungsversprechen. Preise, Termine, Orte, enthaltene Leistungen und Bedingungen brauchen dieselbe Sorgfalt wie die Überschrift.
Die Sprache in fünf Bereichen planen
Füll dieses Briefing aus, bevor du ein Video oder eine Content-Serie in Auftrag gibst. So klärst du die Sprachfragen nicht erst, wenn die letzte Caption geschrieben wird.
| Bereich des Kundenerlebnisses | Was zu entscheiden ist | Was vor der Veröffentlichung zu prüfen ist |
|---|---|---|
| Gesprochener Text im Video | In welcher Sprache wird moderiert oder vertont? | Die Zielgruppe versteht die Erklärung, oder es gibt passende sprachliche Unterstützung |
| Einblendungen im Bild | Welche Sprachversionen brauchen Angebot, Beschriftungen und Call-to-Action? | Wesentliche Angaben sind korrekt, lesbar und für die Anzeige angemessen |
| Caption zum Beitrag | Was muss zusätzlich zum Bild erklärt werden? | Beide Versionen geben dasselbe Angebot, dieselben Bedingungen und dieselben Kontakthinweise wieder |
| Website, Formular oder Buchungsinformationen | Was erwartet Interessenten, wenn sie reagieren? | Die Informationen bleiben auf dem ganzen Weg verständlich, den du vorgesehen hast |
| Antwort an Kunden | Wer kann in der Sprache des Kunden antworten? | Es ist wirklich geregelt, wer antwortet – es gibt nicht nur eine übersetzte Begrüßungsnachricht |
Das Briefing sollte festlegen, wer die Sprache freigibt und wer die geschäftlichen Fakten bestätigt. Wer die Sprache fließend beherrscht, kann die Formulierungen prüfen. Ob Preis, Einsatzgebiet oder Verfügbarkeit stimmen, muss trotzdem das Unternehmen bestätigen.
Captions, Untertitel und separate Videos lösen unterschiedliche Probleme
Eine übersetzte Caption zum Beitrag kann Informationen zum Inhalt ergänzen. Was Zuschauer hören, ändert sie aber nicht – und unlesbaren Text im Video macht sie auch nicht verständlich.
Untertitel können Gesprochenes in einer anderen Sprache zugänglich machen, sofern Wortlaut, Timing und Darstellung geprüft werden. Plane genug Platz zum Lesen ein, statt zwei lange Passagen auf den Bildschirm zu quetschen.
In einer separat aufgenommenen Version erklärt die Person vor der Kamera das Angebot direkt in der gewünschten Sprache. Das kann sich bei ausführlichen Erklärungen anbieten, bei denen das Mitlesen von Untertiteln von der Vorführung ablenken würde.
Eine kombinierte Grafik oder ein kombinierter Beitrag kann beide Sprachen vereinen, wenn die Botschaft kurz genug ist, um verständlich zu bleiben. Bei längerem Material können getrennte Motive praktischer sein. Die vorgeschriebenen arabischen Angaben werden dann in jeder betroffenen Anzeige berücksichtigt.
Das sind unterschiedliche Produktionsentscheidungen. Kläre zuerst die nötige Kombination und die sprachlichen Pflichten – erst dann entscheidest du, ob eine zusätzliche Caption, eine Untertiteldatei oder eine zweite Aufnahme genügt.
Beispiel eines Dienstleisters in Dubai: dieselbe Sprache bis zur Antwort
Stell dir einen Reparaturdienst für Haushaltsgeräte vor, der bestimmte Gebiete in Dubai bedient und Anfragen auf Arabisch und Englisch erhält. Er möchte ein Video, das erklärt, welche Angaben Kunden machen sollten, wenn sie einen Termin vor Ort anfragen.
Das Produktions-Briefing könnte eine englischsprachige Moderation mit geprüfter arabischer Sprachunterstützung vorsehen oder eine arabischsprachige Moderation mit englischer Unterstützung.
Hilfreicher Content erklärt, welche Angaben der Betrieb braucht, etwa Gerätetyp, Problem und Standort. Die Versionen sollten dasselbe Einsatzgebiet nennen und gleich erklären, wie es weitergeht – ohne einen Termin zu versprechen, der noch nicht bestätigt ist.
Spiel dann durch, was der Kunde erlebt. Angenommen, jemand reagiert auf Arabisch: Kann das Team die Verfügbarkeit erklären und das Gespräch auf Arabisch weiterführen? Wechselt die nächste Seite oder die Antwort in eine Sprache, mit der der Kunde nicht gut zurechtkommt, hört der Sprachplan zu früh auf.
Schließe diese organisatorische Lücke schon im Briefing. Wirb nicht mit sprachlicher Unterstützung, die es nur im Video gibt.
Prüfen, was wirklich veröffentlicht wird
Im Textdokument kann alles korrekt aussehen, und trotzdem ist die fertige Grafik oder das fertige Video schwer lesbar. Arabisch wird von rechts nach links geschrieben – im Zusammenspiel mit anderem Text und Layout-Elementen ist deshalb Sorgfalt gefragt. W3C-Hinweise zu Schriften mit Schreibrichtung von rechts nach links.
Lass die exportierte Version von einer kompetenten Person auf dem Smartphone prüfen. Passen Wortlaut, Zeilenumbrüche, Lesezeit, Zahlen und Kontaktdaten? Sind wichtige Informationen verdeckt oder zu gedrängt?
Wähle auch den Ton bewusst. Besprich, ob der Content für die Zielgruppe formelles Arabisch, einen umgangssprachlichen Stil oder einen bestimmten Dialekt braucht. Geh nicht davon aus, dass ein Dialekt automatisch für jedes Unternehmen in den VAE am besten ist oder dass alle arabischsprachigen Kunden dieselbe Darstellung erwarten.
Übersetzungstools können beim Entwurf helfen. Für die Freigabe braucht es trotzdem eine Person, die beurteilen kann, ob Bedeutung und Ton stimmen, und dazu jemanden, der das tatsächliche Angebot kennt.
Funktioniert arabischer Content automatisch besser?
Bau deinen Plan nicht auf dem Versprechen auf, dass zusätzliches Arabisch mehr Engagement bringt. Die sinnvolle Prüffrage lautet: Hilft der Content deinen Zielkunden, das Angebot zu verstehen und passend darauf zu reagieren?
Wenn du Sprachversionen vergleichst, halte Angebot und gewünschte Reaktion gleich. Notiere Unterschiede bei Zielgruppe, Format und bezahlter Reichweite, bevor du ein Ergebnis allein der Sprache zuschreibst. Ein anderes Angebot für eine andere Zielgruppe ist kein sauberer Sprachvergleich.
Schau nicht nur auf Likes. Prüfe, wie relevant die Anfragen sind, ob sich Missverständnisse wiederholen und ob das Team das Gespräch weiterführen kann. Solche Beobachtungen können zeigen, was verbessert werden muss – auch wenn keine der beiden Versionen ein großes Publikum erreicht.
Wie wir dir beim Sprach-Briefing helfen können
Bei Lunasol produzieren wir Videos, die ein englisch- oder arabischsprachiger Darsteller präsentiert. Du wählst also eine Produktionssprache – zwei separat aufgenommene Versionen sind nicht automatisch enthalten. Dreh und Schnitt können wir auf die Sprache und die Versionen abstimmen, die du beauftragst. Sieh dir die Möglichkeiten unserer Videoproduktion an.
Unsere Social-Media-Management-Pakete enthalten Texte in einer Sprache; weitere Sprachen kalkulieren wir separat. Leg im Briefing Sprachen, Untertitel, separate Versionen und Vorgaben für die Veröffentlichung fest. So passt der vereinbarte Umfang zu dem, was deine Zielgruppe braucht.
Sind Planung, Produktion, Schnitt und Social-Media-Management verzahnt, lassen sich diese Entscheidungen leichter durchgängig umsetzen. Die Sprachentscheidung kann das Material dann von Anfang an prägen, statt kurz vor der Veröffentlichung als zusätzliche Textzeile dazuzukommen.
Sprich mit uns über deinen Content auf Arabisch und Englisch. Erzähl uns, für wen der Content gedacht ist, in welchen Sprachen deine Kunden anfragen und wer die Antworten übernimmt. Wir können dir helfen, daraus ein passendes Briefing für Produktion und Betreuung zu entwickeln.
